Senfgurkensalat zu mariniertem Hering

Bei unseren Temperaturen tut man sich schwer, vollwertig zu essen. Mit vollwertig meine ich Rippelen, Haxen und tote Kälber.

Wir versuchen das heute mal mit Senfgurken.

Natürlich aus frischen Grünen Gurken.

Wir schälen extrem dünn ein paar neue Kartoffeln und schneiden die in dünne Scheiben. Frische Zwiebel schälen wir und schneiden die in recht dünne Spalten. Das dünsten wir in einer guten Portion Nussöl, zugedeckt etwa fünf Minuten. Jetzt geben wir die Gurkenwürfel dazu. Senf, Zucker, Salz und etwas Pfeffer. Rühren kräftig um, decken ab und stellen kurz auf Stufe 3, danach auf Stufe 2-10 Minuten.

Wenn die Frau oder Freundin zu Hause ist, können Sie schnell eine Al Bundy – Nummer schieben. Sie wissen, 13 Sekunden. Mit Duschen 10 Minuten.

Den fertig gekauften Einmarnierten müssen Sie nur auspacken. Geschmackliche Veränderungen sind kaum nötig.

Marinierter Hering tonnato

Das klingt wieder etwas weltfremd. Ich habe unseren Marinierten Hering, der Sauce halber, mal als tonnato präpariert. Das heißt, ich habe die Mayonnaise des Herings mit Thunfischsauce verlängert. Natürlich mit Lauch vom Balkongarten. Das Ergebnis ist kein Gemälde von Dürer. Ich könnte dafür höchstens etwas Tomatenpaste zufügen. Zusammen mit unseren Italienischen neuen Kartoffeln, ist das nicht nur eine Gaumenfreude. Ein Hochgenuss.

Möchten Sie den „Salzhering“ selbst herstellen, können Sie entweder Hering frisch suchen oder ein normales Seehechtfilet aus dem Gefrierfach zu „Salzhering“ umarbeiten. Sie müssen nur den Eismantel des Fisches leicht abspülen und den Fisch, streng, ein-zwei Tage einsalzen. Nach dem Abspülen der Salzlake, schneiden Sie den Fisch einfach in die Portionsgrößen, die Sie sich wünschen. Diese Vorproduktion ist auch, gekuttert, sehr gut als „Anchovispaste“ verwendbar.

Marinierter Hering

Sächsisch: Eimarnierter Herich

Jedes Mal, wenn wir nach Österreich fahren, gibt es am folgenden Tag – Eimarnierten. Leider sind nach Ostern alle Regale; Tankstellen und Saufstände auf den Durchzugsstraßen zum Reich, leer gefegt. Mangelwirtschaft eben. „Himmelfahrt“ und „Pfingschten“ wiederholt sich das Theater. Wieso weiß ich das und die Händler nicht? Begleitet werden die Deutschen von den Schweizern. Und die kommen mit Hänger. Die unbezahlbaren Preise zu Hause, reagieren die sich an unseren Regalen ab.

Wobei, der Mpreis da schon einige Angleichungen vorgenommen hat. Für uns zu teuer. Offensichtlich auch für die Schweizer. Wenn die deutschen Kaffeeröster nicht in Not geraten wären, würden wir auch den Mpreis von der Liste streichen. Die waren auch hierzulande, die Ersten, die den Kaffeepreis locker über 25 Euro/kg hievten. Bis er zu alt wurde. Südtiroler lassen sich nicht ausnehmen.

DDRBürger, gleich recht nicht. Einmal dürfte wohl reichen nach der Annexion. Wenn die nicht nachgeben, stellen wir unseren Kaffeekonsum eben um. Auf Gebrühten. Zur Not rösten wir den eben wie die Kaffeebauern in Mittelamerika und Afrika. Einen Kaffeebaum kann unser Garten locker noch verkraften.

Ein Päckl Salzherich war noch da. Eine DDRBürgerin aus Thüringen, die im Mpreis arbeitet, hat uns die Mangelwirtschaft erklärt.

Ich habe gefragt, wo nun die Eingabestelle der SED ist, in der wir den Mangel anzeigen können. Immerhin will das oberste Parteibüro wissen, wo Mangel herrscht.

Die sind Alle im Urlaub“, sagt mir die DDRBürgerin.

An der Kasse sitzt eine Einheimische. Ausländer und Migranten, lassen die nicht ans Geld. Ihr Gesicht war bereits lustlos. Die Preise haben die Kunden vertrieben.

Das eine Päckl Salzhering (140g) haben wir nun zu unserem Mittagessen gemacht.

Apfel, Zwiebel, Salz, Pfeffer, Saure Gurke, Zucker, Dill vom Aschbach, habe ich aus Mangel an Fisch, grob geschnitten, reichlich dazu gegeben. Mangelwirtschaft. Dazu ein paar Kapern und selbst gemachte Mayonnaise. Die Pusterer Kartoffeln haben wir, wie zu Hause, mehlig gekocht. Jetzt haben ich Angst, mich zu schnell zu bewegen. Dass mit dem kommenden Fürzchen, nicht das Stück Fisch in die Hose rutscht. Der Verlust an Eisen und Omega würde mich wieder ein paar Zähne kosten.

Unsere ärmsten Bergleute und Textilarbeiter in Sachsen vor dem 2. Weltkrieg, hatten Eins genug: Salzhering. Heute, unter Westbesatzung, kostet das Kilo locker 25.-Euro und mehr. Das nennt sich dann: Entwickelte Mangelwirtschaft.